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Viehschau    "the making of"

 

Kuh… Eine Ausstellung zu so einem Thema. Wie kann man nur. Man kann! Die Frage war nur: Wie kann ich Gross und Klein in das Geschehen mit einbeziehen. Präsentieren wir Text und Bilder im herkömlichen Stil, wird es sicher schön, aber noch lange nicht spannend. Es musste eine andere Möglichkeit geben. Dann, eines Nachts die Lösung: Wir stellen lebensgrosse Kühe in den Raum. Das gestalterische Konzept zur Viehschau war geboren.


Papier ModellDie ideale Gestalt der Tiere musste aber noch herausgefunden werden.
Mit Papiermodedellen kam ich der Sache näher. Es entwickelte sich immer mehr in Richtung "Baukasten"- Rindvieh.
Das Grundkonzept zur Fertigung stand nun fest.

Papier Modell2

Kuh AnatomieFür die Präsentation musste ein Modell in Originalgrösse her. Aus einem Anatomie-buch kopierte ich die entsprechenden Teile, projizierte sie auf einen Karton und schnitt sie aus. Die Dimensionen waren noch zu gross und wurden später der realen Viehgrösse angepasst.

Papp_Kuh

Welches Material sollte ich verwenden? Der Entscheid fiel auf MDF, Mitteldichte Faserplatten. Zusammen mit dem Grafikatelier wurde die Umrissform festgelegt. Mit dem CAD Programm wandelte ich die Umrissskizze in eine technische Zeichnung um.


CAD PlanAlle Details der Konstruktion mussten be-reits geplant und getestet sein. Die CAD Zeichnung bildete die Grundlage für die Rohteile. Der Schreinereibetrieb übernahm die gelieferte CAD Zeichnung, passte sie an sein Maschinenprogramm an und stell-te für uns die Einzelteile her.

Eine montierte Kuh bestand aus 96 ge-frästen Einzelteilen. Zwanzig von diesen Rindviechern sollten am Schluss die Vieh-schau bilden. Es läpperte sich eine schöne Menge an Teilen zusammen.

3D Cad-Kuh

Kuh TeileDie präzise gefertigten Formteile wurden nun verleimt und verschraubt. Langsam erkennt man die grossen Grundelemente. Bevor wir das aufwändige Innenleben einbauen konnten, wurden die Grund-elemente in der Lackiererei mit einem Schutzlack behandelt.

Kuh Teile1

Kuh Teile 8Bereits vor dem endgültigen Zusammen-bau wurde die elektrische Installation im Innern montiert. Jede Kuh wird mit Strom versorgt. Die Zufuhr findet über die Beine statt. Vorder- oder Hinterbein kann gewählt werden. Die meisten Holzkühe brauchen "Saft", weil sie ein technisches Innenleben haben. Jedoch alle sind mit einem kleinen Synchronmotor ausgestattet. Wozu denn das? Was hat denn der für eine Funktion? Darüber mehr weiter unten.

Kuh Kopf Roh

Zwanzig fast gleiche Kühe aber keine wie die andere. Geklont war nur der Body. Kopf hoch, Kopf tief und zwei liegende. Doch jede einzelne sollte ihr eigenes Thema haben. Also hatte jede Kuh einen Namen. Von Alma bis Trudi.

Kuh Hinterbeine bunt
A
Alma
Merkmale Verwandtschaft Slotmachine
B
Büemli
Rassenvielfalt Multikuhlti Spionspiegel
C
Claire
Milch und / oder Fleisch Köfferlimuni Samentank
D
Doris
Steckbrief Anatomie Skelett
E
Elsa
Fressen Milch Heuballen / Milchflaschen
F
Flora
Milchmenge Melkroboter Melktrainer / Melkroboter-DVD
G
Gerda
Alles Käse Milch drin Produkte
H
Heidi
Wiedekäuen / Verdauen liegende Kuh DVD Wiederkäuen
I
Ida
Der rest ist Sch... Innereien Audioviehsion
J
Julia
Stall Alp Laufstall / Alpaufzug
K
Käthi
Kuhlinarisches Rind drin Produkte
L
Lilly
Domestikation Kuhschweizer Ur / Auerochse
M
Martina
Kuhltur? Kuhlt! Nippes
N
Nelli
Televiehsion liegende Kuh DVD Werbung
O
Olga
Rinderwahnsinn The Cow's Drama DVD Paul Bush
P
Priscilla
Präparat Braunvieh "Best of Show"
Q
Queen Mother
Garderobenkuh die Gelbe Kleiderhaken
R
Rosa
Aussenwerbung die Braune
S
Santana
Aussenwerbung die Rote
T
Trudi
Aussenwerbung die Orange
Kuh hinterbeine roh
Kuh Fertigteile

Innenleben MP3

Viele der Ausstellungskühe wurden mit einem komplizierten Innenleben ausge-stattet. Die grosse Schwierigkeit war, in einen bloss neun Zentimeter tiefen Rahmen all das einzubauen, was wir uns so vorstellten. Flachmonitor, Melkeinrichtung, DVD, Spielmaschine usw. Die Einrichtungen mussten Wartungs- und Störungsfrei funktionieren.

Innenleben Technik

Melkschemel1"Das geht auf keine Kuhhaut". Wie wahr. Was es alles über Kühe zu berichten gibt, fand auf den "Häuten" kaum Platz. Ausführlicher gab die zur Ausstellung erhältliche Broschüre Auskunft.

Nun hatten wir ein echtes Problem. Die Texte auf den Kuhleibern waren nicht gerade auf der Idealhöhe eines Besuchers. Was lag näher, als dem Besucher einen Melkschemel umzuschnallen um ihn auf die ideale Höhe zu bringen? Auf dem Melkschemel sitzend war die Augenhöhe genau richtig und erst noch ein Erlebnis von bleibendem Wert.

Melkschemel 2

Kuh Stroh1Es konnte losgehen. Wir waren gespannt. Zur grossen Überraschung wurden die Melkschemel ohne grosse Hemmungen angenommen. Wer hätte das gedacht. Das ultimative Stallgefühl mit Melkschemel und Kuhglockengebimmel perfektionierten wir in einer zweiten Phase: Der Boden im Ausstellungsraum wurde mit Stroh bedeckt. Nun war auch noch der Riechsinn (und der Niesreiz) angesprochen.

Kuh Stroh 2

Pendeln 01Die Kühe durften nicht einfach bloss so dastehen. Ein Anflug von Lebendigkeit musste schon sein. Mit pendelnden Schwänzen brachte man Leben in den "Stall". Doch alles was sich bewegt, erzeugt auch Aufmerksamkeit. Sie können sich gar nicht vorstellen, was die Kuh-schwänze alles aushalten mussten. Sie hielten es aus und pendelten weiter.

Pendel 02

SilikonzitzenAuch die Zitzen an den Eutern bereiteten einiges Kopfzerbrechen. Werden sie so massiv gefertigt, dass ihnen nichts passiert, wird die Haltevorrichtung zerstört. Sind sie aus starrem Material, werden sie gewaltsam und mutwillig beschädigt.

Was lag näher, als... - Silikon sei Dank, das Material für diesen Teil! Die Massen-fabrikation konnte beginnen. Eine Schrau-be zum Befestigen wurde gleich mit ein-gegossen. Sieht aus wie echt und ist fast vandalensicher.

Euter

Unglaubliche 57 Meter misst der Darm einer Kuh. Wie lang sind 57 Meter? Können sie sich das vorstellen? Ich wollte zeigen, wie  L  A  N  G  das ist.

Man nehme:

  • Einen Gartenschlauch von dieser Länge.
  • Eine Steuerung
  • Ein Motor
  • Eine Haspelvorrichtung
  • Kernbohrungen
  • Fantasie und handwerkliches Geschick

Die Idee war, dass sich der "Darm" entlang der Raumwand ausdehnt. Automatisch, auf Knopfdruck. Zu sehen war nur der Startknopf und eine Öffnung in der Wand. Auf los geht's los. Aus der Wand zieht sich der "Darm" über Umlenkrollen den Wänden entlang. Blinklichter an jeder Ecke signalisierten, wo sich der Anfang gerade befand. Ein Counter zählte die Meter. 57 Meter aus der Wand, und nach einer kuzen Pause verschwand er wieder zurück in die Wand! Nach einigen technischen Überraschungen tat er das dann auch auf sehr eindrückliche Weise. Zugegeben: Die Geburt war eine Kalberei..

 

Kuhdarm 1
Kuhdarm 2

Priscilla2Eine Kuh war "echt". Mit der Betonung auf war. Priscilla war ein Präparat. Für unsere "Viehschau" wurde die siebenjährige Braunviehkuh lebensecht präpariert.
Die war so gut gemacht, dass sie am 6. Europäischen Präperatoren-Wettbewerb 2004 in Dortmund den zweiten Rang in der Kategorie "Grosse Säugetiere" und den Titel Best of Show erhielt.

Präperator: Wolfgang Hauser aus Eigeltingen (D)

Priscilla1

Aussenkuh 1Vor dem Haus machten drei bunte, wetterfest für den Aussenraum gefertigte Werbeträger auf das Geschehen im Museum aufmerksam.
So war ein Kinderspielplatz entstanden, wie man ihn nicht besser hätte planen können.

Aussenkuh 2

VandalismusAber nachts, da kamen die bösen Buben. Mutig geworden vom Alkohol. Und Kraft hatten sie, jeder Arbeitgeber wäre froh, so kräftige Kerle in seiner Mannschaft zu wissen.

Den wehrlosen Kühen stezten die Mutproben nicht allzu viel zu. Die Verankerung hielt aber meist nicht stand. So übertrug sich die Schräglage der Vandalen auf die Werbekühe. Immer und immer haben wir das wieder repariert.

Der Winter kam und bei den Übermütigen kühlte auch das "Mütchen" ab. Cool über-standen die Drei die kalte Jahreszeit ohne Probleme.


Chromkuh1Wer ein bleibendes Andenken an diese Ausstellung mit nach Hause nehmen wollte, für den hatten wir etwas Unverwüstliches im Shop. Mit der bestehenden CAD Zeichnung konnten mit Lasertechnik nun auch Kühe aus Chromstahl in einem verkleinerten Massstab gefertigt werden.

Die Verpackung wurde dem Inhalt gerecht:

Rind, gevierteilt, aus Stahlhaltung

CHF 73.60 Kg   100g= CHF 7.36

Preis: CHF 14.50

 

Sie rosten nicht, sie brauchen kein Futter, sie sehen gut aus, sie sind einfach da. Und das ewig! Zwei Modelle wie in der Ausstellung: Kopf hoch, Kopf tief.

Stahlkuh

BroschüreEine Begleitbroschüre gibt es auch. So kann man sich in aller Ruhe zu Hause nochmals mit dem Rindvieh beschäftigen.

Rindvieh - Begleitbroschüre zur Ausstellung "Viehschau".

Autoren: Herger, P., Hotz, B., Kamke, M.-Ch. & Wullschleger, R.

Veröffentlichungen aus dem Natur-Museum Luzern, Nr. 12, April 2004, 56 Seiten, farbig illustriert.
Verkaufspreis CHF 9.-

Zu beziehen im Natur-Museum Luzern oder Online hier.

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Die Ausstellung wurde mit dem gleichen bewährten und preisgekrönten Team auf-gebaut, wie schon die Wunderwelt Insekten.

 

 

 

Tourneeplan

Natur-Museum Luzern 3. April 2004 bis 20. März 2005 Pfeil LinkLink
Naturmuseum Solothurn 18. Mai 2006 bis 8. Oktober 2006 Pfeil LinkLink
OLMA St. Gallen 12. bis 22. Oktober 2006 Link
Naturmuseum Winterthur 4. November 2006 bis 10.Juni 2007 Pfeil LinkLink
Naturmuseum Chur 20. Juni 2007 bis 7. Oktober 2007 Pfeil LinkLink
Naturmuseum St. Gallen 26. Oktober 2007 bis 9.März 2008 Pfeil LinkLink

 

 

Das Ende
Januar 2013, die Kühe wurden liquidiert. Die lebensgrossen Exponate konnten gegen Voranmeldung abgeholt werden. Wer zuerst kam, hatte die Wahl.
Alle Kühe fanden innert Tagen ein neues Zuhause. Einige sind bei Tourismus Adelboden-Lenk an einem interessanten neuen Platz. Der Rest erfreut sich in privater Umgebung.
Radio 3fach brachte die Aktion mit einem Interview an seine Hörer. Wer den Spot hören will, bitte sehr: Interview Radio 3fach

 

 


 
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