Linie

Technik

Vulkanräder

Vulkane, die kennt in der Schweiz jedes Kind. Wir nennen sie auch Zuckerstock.

Dieser Feuerwerksartikel ist ein richtiger Schweizer Klassiker. Lange Zeit wurden sie nur von spezialisierten Betrieben hergestellt. Hamberger am Brienzersee und vor allem Läubli in Äsch LU sind die eigentlichen Pioniere auf diesem Gebiet. Inzwischen sind auch andere Betriebe in die Produktion eingestiegen.

Die in der Schweiz produzierten Vulkane sind ein hochwertiges Qualitäts-Produkt. Erhältlich in vielen Variationen und Grössen.

Unser Nationalfeiertag, der 1. August, wäre ohne Vulkan kein richtiger Nationalfeiertag. Grill-Servelat, Bier und ein Zuckerstock - die Festrede ist gerettet...

Der Zuckerstock oder Vulkan.

Es muss nicht immer statisch sein


Die statischen Vulkane wirken besonders in grösserer Stückzahl sehr festlich.

In einem Barockfeuerwerk mit Musik wollten wir das beschwingte, tänzerische Element darstellen. Der klassische Vulkan eignete sich mit seiner steigernden Aktivität hervorragend. Allerdings fehlte noch die Drehbewegung. Der Tanz.

Die Aufgabe kann doch nicht so schwierig sein! Der Ur-Typ des Vulkanrades war geboren. Nun drehten sich die Vulkane zur Musik.

Die Vulkane wurden pyrotechnisch angefeuert. Meistens löste sich die Stoppine beim Zünden wie gewollt vom Elektrozünder. Das Rad begann langsam zu drehen.

Schön.

Wenn die Trennung aber nicht komplett erfolgte, dann nervte das sehr, denn das Rad bekam keinen Schub.

Nicht so schön.

Die Unwucht und die Abdeckung bei Regen mussten wir bei einer Weiterentwicklung der Räder in den Griff bekommen.

Die Planung für die zweite Generation konnte beginnen.

Was die neuen Räder alles können sollten...

Horizontal, vertikal, als Sonne, auf Stativ und sogar schwimmen mussten sie können!


Ur-Vulkanrad
Das erste Pyromantiker Vulkanrad: V1

Das neue Konzept 2002

Die neuen Vulkanräder werden als eigenständige Baugruppe geplant.
  • Modulare Komponenten stehen für die verschiedenen Einsatzbereiche zur Verfügung.

  • Der Drehteller passt auf das Stativ, passt auf den Schwimmer und funktioniert horizontal und vertikal.

  • Der Elektrozünder ist neu in einer zentralen Feuerkammer untergebracht. Hier werden die Stoppinen der Vulkane angefeuert.

  • Regen und Spritzwasser: Kein Problem.

  • Die Geschwindigkeit ist gleichmässig und wird nicht immer schneller.


 

Der Prototyp "V2"... 10 Jahre im Einsatz.


Die Zeit war knapp. Der erste Einsatz war schon eingeplant. Für den Prototypen nahm ich das, was meine Werkstatt so hergab.

Drehteller: Wasserfest verleimtes Okume Sperrholz.

Lager: Die Räder von Rollerblades. Diese sind günstig und haben zwei leichtgängige Kugellager. Das Kunststoffrad ist eine perfekte Konsole.

Achse: 8mm Hohlachse aus Chromstahl. Hat den Vorteil, dass das Kabel des Zünders durch die Achse in die Brennkammer geführt werden kann.

Vulkanbefestigung: Mit Kabelbinder am Drehteller befestigt. Ein nachbrennender Vulkan ist kein Problem für den Holzteller. Der Kabelbinder schmilzt und die brennende Vulkanhülse fällt zu Boden.

Bremse: Zwei Bremsklappen generieren Luftwiderstand. Die Drehgeschwindigkeit bleibt konstant. Das garantiert einen grossen, optimalen Vulkanauswurf.

Zündung: Zentrale elektrische Zündung.

Schwimmer: Die Drehteller können kardanisch in den Schwimmer eingehängt werden. Ein Gegengewicht garantiert eine horizontale Lage, auch bei Wellengang!

 


 

Vulkanfeuerrad V2
Schwimmendes Vulkanrad mit drei Vulkanen..
Vulkanfeuerrad V2
Ein 3-fach Vulkanrad mit "Tarnanstrich".

Das System hat sich bewährt. Die zentrale Anfeuerung, das Lager, die Bremsklappen und die Dimensionen haben uns überzeugt.

Anfänglich haben wir die Vulkane vor der Montage in heisses Wachs getaucht. Zum Schutz gegen nasse Witterung. Diese Prozedur hat sich als Luxus herausgestellt.

Die Vulkane halten ein paar Stunden Regenwetter locker aus.
Bloss die Anfeuerung muss absolut wasserfest sein.

2012. Die dritte Generation wird realisiert.

Die Planung basierte auf den Erfahrungen der V2 Generation. Ohne Zeitdruck und in aller Ruhe entstanden die neuen Räder am Computer.

Mit Wasserstrahl wurden die Formen aus Aluminiumblech gemäss der CAD Zeichnung ausgeschnitten. Der 3 mm starke Drehteller hat bereits zusätzliche Laschen für spätere Erweiterungen.

Wie die Räder aufgebaut sind, zeigen diese Animationen:
Das 3fach Feuerrad        Die Blume        die Sonne
Vorläufig werden die Stoppinen zu den Vulkanen noch mit einem Elektrozünder in der zentralen Brennkammer angefeuert.

In Planung ist ein ganz kleiner Funkempfänger mit mindestens zwei Kanälen. Dann werden die Vulkane und eventuelle Zusatzeffekte komplett elektrisch angefeuert. Für die schwimmende Variante ein wahrer Luxus.
Vulkanrad Teil 2
Aufgesetzt der Drehteller mit der Feuerkammer. Seitlich die verstellbaren Vulkanhalterungen.
Vulkanrad Teil 4
Mit der Zusatzbühne kann ein senkrechter Vulkan montiert werden.
Vulkanrad real
Es gibt sie nicht nur in der Fantasie! Hier der Beweis.


Die neuen Räder überzeugen. Sie laufen problemlos, zünden sicher und sind stabil.

Mit den 90 Sekunden und den noch längeren 120 Sekunden Vulkane von Läubli ergibt sich für uns ein sehr poetischer Effekt für Barockfeuerwerke.

Und das Ganze auf Wasser... Traumhaft!

Hier geht es zum Film vom ersten Test.